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Flexible Fertigung: Schnelle Anpassung an sich wandelnde Märkte

Welche Grundlagen werden für eine höhere Flexibilität in der Fertigung benötigt, um schnell auf sich verändernde Bedingungen reagieren zu können

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Für viele Hersteller ist Flexibilität ein essentielles Ziel. Egal in welcher Branche, die Unternehmen, die erfolgreich darin sind ihre Produktion und ihre gesamte Struktur flexibel zu gestalten, sind führend vor anderen.

Gute Beispiele sind z. B. Unternehmen wie Amazon oder Alibaba, die die innovative und erfolgreiche Kundenerfahrung im Blick haben. Ebenso wie Automobilhersteller, die sich immer neuen Regularien, wie der Senkung der Kohlenstoffdioxid-Emmissionen, stellen. Flexibilität ist Trumpf angesichts neuer Marktbedingungen und immer neuer Veränderungen.

Was genau bedeutet es jedoch, ein flexibler Hersteller zu sein? Bei Flexibilität kommt es vor allem darauf an, sich schnell anpassen zu können. Es geht besonders darum, dass ein nahtloser Übergang zwischen benötigtem Material und Lieferung, zwischen Entscheidung und Implementierung und zwischen Herausforderung und Lösung geschaffen wird.

Echte Flexibilität ermöglicht es Herstellern mit ihrem Zielmarkt Schritt zu halten und starre oder statische Betriebsmodelle durch bislang ungekannte Kontroll- und Reaktionsmaßnahmen zu ersetzen.

Flexibilität bedeutet aber nicht nur, neuste technologische Lösungen einzusetzen. Während Technologie immer auch Herzstück eines Wandels hin zu mehr Flexibilität ist und neue und innovative Ansätze ermöglicht, kann diese allein, ohne den dazugehörigen flexiblen organisatorischen Rahmen, keinen schnellen Wandel herbeiführen. Entscheidungsträger müssen daher über ihren Tellerrand hinaussschauen, um die Geschäftsbereiche, die Entwicklungspotential zu mehr Flexibilität haben, zu erkennen.

Prioritäten setzen

Ein erster Ausgangspunkt für mehr Flexibilität in der Produktion ist die Identifizierung möglicher Schwachstellen und Hindernisse. Hierzu ist es nötig, alle Bereiche, die zur Erfüllung der jeweiligen Marktanforderungen beitragen, umfassend zu prüfen. Dadurch lassen sich nicht nur Reibungsverluste minimieren, eine bessere Ressourcenverteilung unterstützt zudem laufende organisatorische Verbesserungen.

In enger Kooperation mit unseren Kunden fangen wir in der Regel mit diesen Punkten an:

  • Technologie

Auf der technischen Ebene lässt sich eine erste Steigerung der Flexibilität bereits durch die Integration intelligenter Systeme erreichen. Jahrzehntelang war die Fertigung geprägt von statischen, unabhängig voneinander agierenden Produktionslinien, die durch starre Betriebstechnologien (OT) gesteuert wurden.

Im Zeitalter der Digitalisierung können Hersteller die notwendige Hardware mit besseren IT-Systemen kombinieren, um neue Möglichkeiten zur Datensammlung und -analyse bis hin zur untersten Geschäftsebene zu schaffen. Diese Datenalayse kann zur stetigen Anpassung und Verbesserung der Systeme genutzt werden und durch konstante Rückkoppelungsschleifen zusätzliche Vorteile bieten.

  • Fähigkeiten der Mitarbeiter

Einer der schwerwiegensten Fehler, den Unternehmen begehen können, ist sich zu sehr auf den technischen Aspekt zu konzentrieren und dabei die menschliche Komponente außer Acht zu lassen. Hochqualifizierte Anlagenbediener, Ingenieure und Analysten sind ebenso wichtig für eine flexiblere Produktion. Höhere Kapazitäten und neue Möglichkeiten werden nutzlos, wenn das Personal keine Möglichkeiten hat diese umzusetzen. Eine Spezialisierung der Fachkräfte und ein klares Bekenntnis zur stetigen Weiterbildung der Mitarbeiter sind essentiell dafür, dass Mitarbeiter und der technologische Fortschritt im Einklang sind.

  • Unterstützung durch die Geschäftsführung

Auch die Art und Weise, in der die Managementebene Entscheidungen trifft, hat Einfluss auf die Flexibilität. Entscheidungen, wie etwa die Einführung eines neuen Produktes, das auf aktuelle Kundenwünsche eingeht, oder die Abschaltung einer lange Zeit profitablen Produktionslinie als Reaktion auf Veränderungen am Markt, müssen schnell und kooperativ getroffen werden. Mit Unterstützung der Geschäftsleitung, bestenfalls durch Vertreter unterschiedlicher Bereiche, steigen die Erfolgsaussichten eines Innovationsprojektes erheblich.

  • Alternative Kosummodelle

Einer der umfassensten Trends des letzten Jahrzehnts war die Verlagerung auf Konsummodelle mit Abonnement-Charakter. Während wir diese bislang vor allem von Online-Services und Apps kennen, lässt sich der Trend zu solchen Modellen mittlerweile auch in eher kapitalintensiven Branchen beobachten. Eine physische Anlage zu besitzen ist ein teures Unterfangen und bindet den Produzenten über den gesamten Lebenszyklus der Anlage an einen einzelnen Maschinenbauer. Um die Flexibilität einer Anlage zu steigern, aber auch, um eine höhere Effizienz aufseiten der Betriebskosten zu erreichen und, um Upgrades oder Änderungen an der Anlage in Anbetracht sich schneller wandelnder Anforderungen zu erreichen, setzen immer mehr Hersteller auf einen Machine-as-a-Service-Ansatz.

  • Industrie-Know-how

Ein letzter wichtiger Bereich zur Flexibilitätssteigerung ist das notwendige Verständnis der Kundenwünsche. Bislang wurde vor allem dem Vertrieb und dem Marketing in vielen Unternehmen die spezielle Rolle übertragen, für einen immer höheren Absatz zu sorgen, ohne dass sie direkten Einfluss auf das Produkt haben. Dies ist mittlerweile unpraktikabel geworden. Um dem Markt immer einen Schritt voraus zu sein, müssen Verkauf und Marketing direkt in die Produktion eingebunden sein. Aufgrund ihres Wissens darüber, wer der Kunde ist, welche Erwartungen dieser hat und wie das Produkt beim Kunden ankommen soll, kann die Produktion immer wieder an diese Bedürfnisse angepasst werden. Allen voran gilt dies nicht nur für Produktmerkmale und Qualität, sondern mittlerweile auch im Zusammenhang mit ethischen und nachhaltigen Geschäftspraktiken, die mittlerweile mit zu den wichtigsten Entscheidungskriterien vieler Kunden gehören.

Erst testen, dann schnell skalieren

Durch die Beseitigung von Starrheiten in jedem dieser Bereiche kann eine Grundlage geschaffen werden, auf der weitere Maßnahmen aufgebaut werden können. Wir helfen unseren Kunden dabei, jedes dieser Felder genau zu analysieren und in jedem individuellem Fall Möglichkeiten zur Optimierung zu finden.

Durch unser breites Partnernetzwerk können wir im nächsten Schritt ein passendes Design und Konzept entwickeln und einen Machbarkeitsnachweis initiieren. Durch diesen können unsere Kunden das Konzept in einer realen Umgebung testen. Hierzu gehören in den meisten Fällen zudem Vorabinvestitionen sowie Planung und Bindung von Ressourcen, um die neuen Maßnahmen kontinuierlich fortzuführen und zugleich die Leistung zu messen.

Ist erst einmal die Wirksamkeit eines Konzeptes erwiesen und sind zusätzliche Prozesse rund um die neue Produktionslinie errichtet, unterstützen wir unsere Kunden bei der Skalierung, bis die volle Produktionskapazität erreicht ist.

Flexibilität durch Design

Bei der Gestaltung einer Produktionsumgebung, die vernetzt und noch stärker auf die Kundenwünsche zentriert ist, ist Flexibilität sowohl zentrale Denkweise wie auch ein greifbares Mittel zur besseren Koordination der Produktion.

Die erfolgreiche Anpassung an sich ändernde Marktbedingungen, sowohl in Form kurzfristiger Änderungen, wie auch langfristiger Trendentwicklungen, erfordert eine besondere Geschäftsmentalität. Diese darf sich nicht an vergangene Investitionen und Arbeitsabläufe klammern, sondern muss dazu gewillt sein Neuerungen anzunehmen, um von den daraus resultierenden Vorteilen zu profitieren. Dies bedeutet, dass eine höhere Geschwindigkeit nötig ist – nicht nur innerhalb einer einzelnen Produktionslinie, sondern in der gesamten Organisation – und diese Geschwindigkeit kann einzig und alleine auf Grundlage von hoher Flexibilität entstehen.


Paolo Butti
Paolo Butti
Director Industry and OEM - EMEA, Rockwell Automation
Paolo leads a team of highly experienced Industry Managers and OEM Segment Leaders, as well Strategic Account Managers. He coordinates our strategy and execution plan, driving key plays, selecting key focused accounts and balancing short term goals with mid-long term achievements within core industries and segments. Paolo has a discrete manufacturing background across a wide range of industries and functions. He joined Rockwell Automation in 2012, after 5 years in Comau (part of Fiat Chrysler Group), working as an automation domain expert on vehicle production systems and robotics. He received his PH.D in Electronics Engineering from the Politecnico di Milano in 1997.
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