Softstarter lösen bisherige Starter ab: ROI-Berechnung

Softstarter lösen bisherige Starter ab: ROI-Berechnung

Wir bedienen uns der einfachen, aus dem Konzept des Lean Management entliehenen Idee des Waste Walk.

Für diejenigen, die nicht mit den Schlagwörtern der Lean-Initiativen vertraut sind, sei an dieser Stelle kurz erklärt, dass ein Waste Walk (japanischer Begriff: Gemba) ein geplanter Rundgang am Arbeitsplatz ist, bei dem Arbeitsabläufe und -strukturen beobachtet sowie Verschwendungen aufgedeckt werden sollen.

Verschwendung kann mit vielen Aspekten einer Produktionsumgebung in Verbindung gebracht werden, wie beispielsweise Prozessineffizienzen, übermäßiger Transport/unnötige Bewegungen, Produktionsfehler, Wartezeiten usw. Das Ziel besteht in der Bewertung von Arbeitsabläufen und von nicht wertschöpfender Arbeit oder Energie, d. h. Verschwendung.

Sicherlich fragen Sie sich nun, wie dieser Gedanke mit dem Thema herkömmlicher Motorstarter zusammenpasst. Ich werde es Ihnen erklären.

Wie oft haben Sie einen Rundgang durch einen Fertigungsbereich unternommen, bei dem Ihr Augenmerk nur auf der Automatisierung lag? Tatsächlich konzentrieren wir uns häufig auf die offensichtlichen Dinge, die mit dem verknüpft sind, was wir am besten kennen und können, wie z. B. das Herstellen von Autos oder Keksen.

Haben Sie aber schon einmal einen Tag mit einem Wartungstechniker verbracht? Instandhaltungstätigkeiten werden bei der Suche nach Möglichkeiten, Verschwendung zu reduzieren, oftmals übersehen. Betrachten Sie die folgenden üblichen Verfahrensweisen mit Abnutzung und Verschleiß von Anlagen:

  • Ersatz oder Reparatur von Ventilen und Riemen
  • Reinigung oder Austausch von Filtern
  • Wechsel von Betriebsflüssigkeiten
  • Schmieren von Komponenten
  • Allgemeine Reinigungsarbeiten

Was wäre, wenn die Häufigkeit dieser üblichen vorbeugenden Wartungsmaßnahmen durch die Nutzung eines einfachen Softstarters verringert werden könnte, oder diese Maßnahmen gar nicht mehr gegeben wären?

  • Wie gestaltet sich der Kostenvorteil für den Austausch oder die Reparatur eines Ventils einmal jährlich gegenüber derselben vierteljährlich durchgeführten Maßnahme?
  • Wie hoch sind die Kosten für die vierteljährliche Durchführung vorbeugender Wartungsaktivitäten im Vergleich zur monatlichen Durchführung?
  • Wie viel Zeit pro Jahr beansprucht die Anpassung von Riemen und Antriebskomponenten?
  • Wie teuer ist der Austausch/Umbau einer Pumpe oder eines Motors?
  • Auf welche Weise wirken sich Handhabung und Entsorgung von Fetten, Ölen und sonstigen Schmierstoffen auf die Umwelt aus?

Durch die Nutzung von Softstartern in diesen Anwendungen kann auf einfache Weise Verschwendung reduziert werden, da der mit der Wartung von Anlagen zusammenhängende Zeit- und Kostenaufwand minimiert wird. Im Gegenzug können Instandhaltungstätigkeiten für andere, möglicherweise produktivere Aktivitäten intensiviert werden.

Darüber hinaus kann ein Softstarter im Gegensatz zu einer konventionellen Starterlösung dabei helfen, die Verschleißrate bei Motoren und Anlagen durch Verringerung der zum Anlassen des Motors zugeführten Energie senken. Vielfach handelt es sich dabei um an sich Kosten verursachenden, jedoch keinen Wert erzeugenden Zeit- und Energieaufwand.

Ein Blick schließlich auf eine typische in der Industrie eingesetzte Fertigungsmaschine oder einen Prozess lässt erkennen, dass 90 Prozent der diese Anwendungen steuernden Motoren über eine Leistung von weniger als 10 hp (7,5 kW) verfügen und 82 Prozent davon im Zusammenhang mit Pumpen, Lüftern und Kompressoren stehen.

Für die meisten Anwendungen mit Motoren dieser Größe sind Softstarter ausreichend kompakt, dass sie an denselben Platz passen wie bisher verwendete Starterlösungen. Auf diese Weise profitieren Sie von den Vorteilen eines Softstarters, behalten aber die bisherigen Einbaumaße bei.

Betrachten Sie nun erneut das Konzept des Waste Walk.

Die Suche nach abnutzungs- und verschleißbezogener Verschwendung bildet eine gute Möglichkeit, die zur Berechnung der Kapitalrendite (ROI) erforderlichen finanziellen Hebel zu ermitteln.

Schlüpfen Sie doch mal einen Tag lang in die Rolle eines Wartungstechnikers und Sie werden einige offensichtliche – und vielleicht einige weniger offensichtliche – Wege finden, Verschwendung durch die Nutzung von Softstarter-Technologien zu vermeiden.

Andy Jaap
Gepostet 5 November 2018 Von Andy Jaap, Business Manager, Rockwell Automation
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