Risiken vermindern – ohne auf die Bremse zu treten

Risiken vermindern – ohne auf die Bremse zu treten

Mit der zunehmenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen (EV) ist auch der Druck auf die Hersteller gewachsen, aufregende neue Innovationen zu liefern – und die Markteinführung von EV-Programmen zu beschleunigen, um Marktanteile zu erobern.

Für die meisten EV-Startups wird der Zeitplan für die Markteinführung zur obersten Priorität, sobald sich Zusagen der Kapitalgeber konkretisiert haben. Viele stellen jedoch schnell – und schmerzhaft – fest, dass die erfolgreiche Einführung eines EV-Programms zu gleichen Teilen technologische Innovation und Risikominimierung beinhaltet.

Der Druck durch Zielvorgaben für den Produktionsbeginn und die Erwartungen der Investoren wird immer größer. Wie können Elektrofahrzeughersteller angesichts dessen intelligente, zukunftsfähige Produktionsanlagen bauen – und Verzögerungen bei der Markteinführung sowie andere Fallstricke vermeiden?

Wesentlich ist, dass von Anfang an eine Strategie angewandt wird, die auf einem koordinierten, professionellen Programm-Management basiert.

Professionelles globales EV-Programm-Management: Darauf kommt es an.

Der Start eines EV-Programms unterliegt zwar eigenen Produktionsherausforderungen, die folgenden drei Überlegungen sind für ein erfolgreiches Programm-Management jedoch grundsätzlich wichtig:  

1. Erkennen der Komplexität des Automobilfertigungsprozesses.

Disruptive Innovation ist das Lebenselixier jedes jungen EV-Unternehmens. Ist man außerdem das erste Unternehmen, das diese allerneuesten Innovationen anbietet, kann das die Marktposition festigen. Deshalb unterliegen viele Startups der Versuchung, die Produktion ihrer Elektrofahrzeuge übereilt und eher unsystematisch aufzunehmen. Manchmal führt dieser Ansatz dazu, dass Anlagen während der Anlaufphase in der Werkshalle überarbeitet werden müssen.

Warum ist das so? Die Automobilproduktion ist ein vielschichtiger Prozess, der von einem ebenso komplexen Netzwerk globaler Zulieferer abhängig ist. Hinzu kommt, dass die Umsetzung von Innovationen und neuen Produktionsprozessen mit einer Zunahme der Risiken für jede Programmeinführung einhergeht.

Wie können Hersteller von Elektrofahrzeugen diese Risiken minimieren? Wenn sie sich vorab genug Zeit nehmen, einen abgestimmten, globalen Einführungsplan zu formalisieren, haben sie bereits einen großen Schritt in Richtung „Do it right the first time“ gemacht – und können kostspielige Fehler vermeiden.

2. Fokussierung auf das oberste Ziel: eine intelligente, zukunftsfähige Produktionsumgebung

Um der Verantwortung ihren Investoren gegenüber gerecht zu werden, liegt der Fokus von EV-Startups insbesondere darauf, die Zielvorgaben für den Produktionsbeginn zu erfüllen. Das ist auch richtig so. Ist der Fokus jedoch zu eng gefasst, kann es dazu kommen, dass die Chancen der intelligenten Fertigung, mit der sich langfristige Effizienz und Flexibilität erzielen lässt, ungenutzt bleiben.

Kontextualisierte, aussagekräftige Informationen bilden das Herzstück jeder intelligenten Anlage. Obwohl sich die Hersteller von Elektrofahrzeigen des Nutzens dieser Daten durchaus bewusst sind, kommt es allzu häufig zu einer Diskrepanz zwischen Entscheidungen und Zielsetzungen.

So übersieht ein Hersteller, der die Einführung von vorausschauenden Wartungsstrategien im gesamten Fertigungsbereich plant, möglicherweise, dass er die richtigen Sensor-Basistechnologien festlegen muss. Oder er versäumt, eine Steuerungs- und Informationsinfrastruktur zu implementieren, die sich einfach in die Geschäftssysteme integrieren lässt und prädiktive Informationen transparent macht.   

Diese Fallstricke lassen sich mit einem gut gesteuerten EV-Programm vermeiden, denn dieses bietet einen strengen Rahmen für die Bewertung jedes Aspekts des Fertigungssteuerungs- und Informationssystems. Die Netzwerkinfrastruktur, der Produktionsprozess, die Automatisierungsplattform, die Geräteauswahl – und schließlich auch der Informationsfluss – alle diese Aspekte müssen die Smart Plant-Ziele (Industrie 4.0) unterstützen.

Die Einbindung einer „intelligenten Fertigungsanalyse“ in alle aktuellen und künftigen Prozess- und Technologieentscheidungen führt nicht nur zur Optimierung der Programmeinführung. Dieser systematische Ansatz trägt auch zu skalierbaren, flexiblen und zukunftsgerechten Entscheidungen bei. 

3. Einhaltung einer strengen Disziplin für das Programm-Management: Früh starten. Oft anwenden.

Intelligente Fertigung und andere Projektziele müssen, um Gültigkeit zu haben, in globalen Projektstandards und -spezifikationen festgeschrieben werden. Die beste Möglichkeit, um Verzögerungen bei der Markeinführung zu verhindern und „zukunftssichere“ Fahrzeugdesigns zu garantieren, besteht in der frühzeitigen Entwicklung von Steuerungsstandards und -spezifikationen – und in der konsequenten Durchsetzung dieser Standards bei Maschinen- und Anlagenbauern und anderen Zulieferern.

Beachten Sie, dass zwar nur rund 5 % der gesamten Ausgaben für ein neues EV-Programm auf das Steuerungssystem entfallen, ohne dieses aber nichts läuft. Bedenken Sie auch, dass die hochwertigen Daten, die für wirklich intelligente Abläufe benötigt werden, nur bei strikter Einhaltung der Spezifikationen – und nahtloser Integration aller Anlagen im Fertigungsbereich – zur Verfügung stehen.  

Für viele Hersteller ist die Zusammenarbeit mit einem Automatisierungsanbieter mit Erfahrung in der EV-Branche der effektivste Weg, um ein koordiniertes Programm-Management zu erreichen, Risiken bei der Markteinführung zu verringern – und die Smart Plant-Ziele zu erreichen.

In diesem Blog erhalten Sie zusätzliche Informationen zur Auswahl des Automatisierungsanbieters.

Larry Smentowski
Gepostet 1 Oktober 2018 Von Larry Smentowski, Sr. Industry Consultant, Automotive & Tire, Rockwell Automation
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