So treffen Hersteller "vernetzte Entscheidungen"

So treffen Hersteller "vernetzte Entscheidungen"

Im Rahmen meiner Arbeit habe ich Kontakt zu zahlreichen Entscheidungsträger aus der gesamten EMEA-Region. Viele haben auf der Basis fundierter Entscheidungen sehr erfolgreiche Karrieren aufgebaut und oft große Unternehmen geschaffen. Mich interessiert stets die Vorgehensweise dieser Menschen. Und ich habe dabei festgestellt, dass erfolgreiche Entscheidungsträger oft sehr neugierig sind. In unseren Gesprächen steht für diese Führungskräfte im Vordergrund, wie unsere Lösungen ihr Unternehmen verbessern können. Sie gehen häufig noch einen Schritt weiter und fragen, wie unsere Lösungen es ihnen ermöglichen, bessere Entscheidungen zu treffen. Oft sind sie mit einer einfachen Antwort nicht zufrieden, sondern erwarten ein nachhaltiges Konzept, mit dem sie Herausforderungen angehen und ihr Know-how nutzen können, um ihr Unternehmen zukunftsfähig zu machen.

Dies ist natürlich kein einfacher Vorgang – sonst könnte das ja jeder! Hersteller müssen ständig wichtige Entscheidungen treffen, von den viele kleineren Entscheidungen im Tagesgeschäft ganz zu schweigen – bei einigen müssen unfassbar viele Faktoren berücksichtigt werden.

Diese Faktoren sinnvoll zu bewerten scheint eine schier unlösbare Aufgabe zu sein. Doch es leuchtet ein, dass die Qualität der von uns getroffenen Entscheidungen von der Qualität der verfügbaren Informationen abhängt.

Man könnte auch sagen, dass Informationen so etwas wie die Währung der Entscheidungsfindung sind – je mehr von dieser Währung Sie besitzen, desto bessere Entscheidungen können Sie treffen.

Im Zeitalter des Internets der Dinge (IoT) wächst die Menge der Daten, die für die Entscheidungsfindung zur Verfügung steht, exponentiell an. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies im industriellen Umfeld, dass bessere Entscheidungen getroffen werden können. Doch das ist noch nicht alles. Dies wurde mir vor Kurzem im Rahmen eines Gesprächs mit zwei Führungskräften eines großen Lebensmittel- und Getränkeherstellers nochmals bewusst. Ihnen ging es nicht darum, wie sie die notwendigen Daten beschaffen, sondern wie sie mithilfe dieser Daten bessere Entscheidungen treffen können.

Die Vorstellung, dass mehr Daten automatisch zu besseren Entscheidungen (und damit zu Effizienz- oder Produktionssteigerungen) führen, ist nämlich falsch. Oder zumindest werden dabei zwei wichtige Aspekte außer Acht gelassen.

Zum einen die Konnektivität. Mitarbeiter von Rockwell Automation sprechen in diesem Zusammenhang vom Connected Enterprise. Intelligente Geräte müssen sich einfach integrieren lassen und eine gemeinsame Sprache „sprechen“. Geräte müssen an Maschinen, Maschinen an Steuerungssysteme, Steuerungssysteme an andere Steuerungssysteme und alles zusammen an das IT-System angeschlossen werden.

Zum anderen geht es um Intelligenz. Intelligenz auf MES-Ebene (Manufacturing Execution System) in Echtzeit. Intelligenz in diesem Sinne heißt, dass die Bedeutung und Tragweite der Daten verstanden wurde. Und es geht darum, diese Daten in nützliche Informationen umzuwandeln, um Kriterien – sprich Intelligenz – für die Entscheidungsfindung bereitzustellen.

Daten müssen dazu in Verbindung oder in einen Kontext zueinander gesetzt und analysiert werden, damit aus ihnen Informationen werden. Erst durch Zusammenstellen, Vergleichen und Visualisieren von Informationen entsteht Intelligenz.

Im Zeitalter des Industriellen Internet der Dinge (IIoT) führt diese Konnektivität zu wesentlich besseren Entscheidungen. Durch Überwachung können Instandhaltungsarbeiten besser geplant und Ausfallzeiten verringert werden. Mithilfe von Software und gespeicherten historischen Informationen können bewährte Verfahren erkannt und repliziert werden. Sie können Feinanpassungen vornehmen, die Produktivität kann gesteigert werden und es lässt sich mit den bestehenden Ressourcen mehr erreichen. Mithilfe von Softwaremodellen können die Auswirkungen von Änderungen exakt vorhergesagt werden, noch bevor sie getroffen wurden – es ist möglich, die gleiche Produktionsstraße vorab so zu programmieren, dass sie Aufgaben unterschiedlich ausführt. Chargenwechsel können wesentlich effizienter werden, Unternehmen werden flexibler – agiler. Und diese Transparenz – der Zugang zu Intelligenz – bedeutet, dass mehr Faktoren berücksichtigt und fundierte Entscheidungen getroffen werden können. Beispielsweise kann ein Verweis auf die Auswirkungen von Produktionsänderungen auf den Energieverbrauch – mit quantifizierbaren Kosten – Entscheidungen erleichtern, wenn Prozesse mit hohem Energieverbrauch direkt mit den Energiekosten in Bezug gesetzt werden.

Im Laufe einer Woche, eines Monats oder eines Jahres und gemessen anhand einer Maschine, einer Produktionsstraße, eines Werks oder mehrerer Werke, können offensichtlich kleine, aber fundierte Entscheidungen und Verbesserungen dieser Art schnell zu enormen Veränderungen des Endergebnisses führen.

Und es lohnt sich, die Frage der Agilität erneut zu stellen, während wir das IIoT weiter planen. Wie ich bereits zu Beginn erwähnt habe, handeln die besten Entscheidungsträger oft zukunftsorientiert und nehmen gleichzeitig unmittelbare Herausforderungen in Angriff. Im Wettbewerbsumfeld werden Agilität und Flexibilität zu Marktvorteilen. Das Konsumverhalten von Verbrauchern verändert sich, die Chargengrößen verringern sich – in manchen Industrien sogar auf eine Chrage mit nur einem Produkt. Das ist das genaue Gegenteil von dem, worum es bei der Fertigung in den ersten Tagen der Fließbandproduktion von Henry Ford ging. Doch das IIoT macht es möglich. Durch echte vernetzte Unternehmen (Connected Enterprises), geht der Informationsfluss über den Fertigungsbereich hinaus und reicht weit in die Lieferkette hinein und sogar bis zum Verbraucher.

Ein hervorragendes Beispiel dafür, wie dabei der Verbraucher miteinbezogen werden kann, ist die Herstellung von Sportschuhen, bei denen der Verbraucher das Design selbst gestalten kann. Auf den Websites führender Hersteller können Verbraucher ihre Schuhe selbst „gestalten“. Dabei stehen zahlreiche vordefinierte Materialien in den unterschiedlichsten Farben zur Verfügung. Mit mehr als 10 anpassbaren Elementen und buchstäblich tausenden möglicher Kombinationen für eine Reihe von Basismodellen können die Hersteller jedes Paar innerhalb von fünf Wochen nach Maß fertigen. Diese Flexibilität wissen Kunden, die etwa 30 % mehr für ihre quasi einzigartigen und individuell gestalteten Schuhe bezahlen, sehr zu schätzen.

Mit einem Connected Enterprise kann jetzt die Produktion besser geplant werden, um den Durchsatz zu erhöhen, Bestandszahlen zu verringern ... und viele weitere intelligente Maßnahmen zu ergreifen. Gleichzeitig wird der Bedarf der Kunden an maßgeschneiderten Produkten gedeckt.

Hersteller, die diese Flexibilität durch Chargen mit nur einem Produkt bereitstellen können, haben einen Wettbewerbsvorteil. Sie können die Kundenwünsche exakt erfüllen und mehr für ihre Produkte verlangen – dank der Konzepte des Connected Enterprise.

Wenn es also um Entscheidungsfindung geht, zahlt es sich aus, neugierig zu sein und nach Unternehmensintelligenz zu streben, um die heutigen Herausforderungen anzugehen, ohne die Zukunft außer Acht zu lassen. In der Fertigungsumgebung setzt dies meiner Ansicht nach ein komplettes Umdenken voraus – Daten müssen erfasst, zusammengestellt, analysiert und visualisiert werden. So werden sie zur Grundlage intelligenter Entscheidungen entsprechend der Prinzipien eines Connected Enterprise.

Connectivity

Thomas Donato
Gepostet 13 Mai 2016 Von Thomas Donato, Senior Vice President, Global Sales and Marketing, Rockwell Automation
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