Fünf Schritte zum Erfolg: DCS-Modernisierung

Fünf Schritte zum Erfolg: DCS-Modernisierung

Hier die gute Nachricht: Wenn Sie denken, dass Ihr Prozessleitsystem (DCS) ausgedient hat, sind Sie nicht alleine. Derzeit beläuft sich der Wert der weltweit installierten Prozessleitsysteme, die sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer nähern, auf etwa 65 Milliarden US-$. Dabei sind viele dieser Systeme älter als 25 Jahre und müssen dringend aktualisiert werden.

Was ist der Grund für diese enorme Zahl an veralteten Systemen? Es liegt einfach daran, dass viele weiterhin mit einer Anlage arbeiten, obwohl diese nicht optimal läuft. Häufig nehmen Unternehmen lieber die erheblichen Probleme in Kauf, die ein veraltetes System mit sich bringt, anstatt sich den vermeintlichen Risiken einer Umstellung auf ein modernes System zu stellen.

Und das sind die Fakten: Automatisierungsprojekte lassen sich nur schwer managen – und ihre Finanzierung ist kaum zu rechtfertigen. Dennoch arbeiten wir täglich mit Unternehmen zusammen, die basierend auf bestehenden Systemdefiziten für die Modernisierung plädiert haben.

Als Gründe für den Austausch eines DCS können höhere Ausfallquoten, ein Anstieg der nicht den Spezifikationen entsprechenden Produkte, steigende Instandhaltungskosten, fehlendes Know-how zu älteren Prozessleitsystemen, Kapazitätsengpässe, nicht vorhandene Schnittstellen zu modernen Systemen usw. angeführt werden.

Auf der anderen Seite erkennen jedoch auch viele Unternehmen, dass eine Modernisierung des Prozessleitsystems eine seltene Gelegenheit für beträchtliche Prozessverbesserungen – und für Innovationen – ist.

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Wie sieht der Plan aus?

Die Umstellung von einer älteren Steuerungsplattform auf ein modernes DCS kann komplex sein und die erforderlichen Maßnahmen sind bei jedem Unternehmen anders. Zur Minderung der Risiken – und Verteilung der Kosten über einen längeren Zeitraum – entscheiden sich viele Unternehmen bei der Migration für ein stufenweises Konzept. Auf der anderen Seite wiederum mag für andere Unternehmen eine radikale Umstellungsstrategie besser geeignet sein.

Einfach ausgedrückt ist jedes Modernisierungsprojekt einzigartig. Und die erfolgreichsten Modernisierungsprojekte erfordern eine gute Planung.

Schritte, die zum Erfolg führen

Wie also können Sie Ihre Umstellungs- und Implementierungsstrategie am besten entwickeln? Basierend auf der Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen haben wir fünf Best Practices zusammengestellt, mit denen Ihr Modernisierungsprojekt ein voller Erfolg wird.

1. Frühzeitige Planung. Eine erfolgreiche Modernisierung beginnt lange vor dem detaillierten Engineering – mit einer umfassenden Vorab-Beurteilung des bisherigen Systems. Zu den anfänglichen Zielen zählen die Ausrichtung der Automatisierungsergebnisse mit den Unternehmenszielen, die Festlegung der bevorzugten Optionen, die Zusage der Finanzierung sowie die endgültige Festlegung von Umfang, Kosten und Zeitplan.

Durch diese Vorgehensweise stellen Sie die Rechtfertigung des Projekts sicher, definieren es – und bringen die Interessen aller Beteiligten in Einklang. Denken Sie daran, dass die kostenintensivste Zeit für die Definition des Umfangs am Anfang des Projekts ist. Die Kosten können beträchtlich steigen, wenn grundlegende Entscheidungen, etwa hinsichtlich der zu berücksichtigenden Bereiche des Werks oder der anzuwendenden Schnittstelle, im Nachhinein noch einmal überdacht werden.

2. Zusammenarbeit mit Experten. Wahrscheinlich wissen Sie bereits, an wen Sie sich wenden, wenn Sie eine anspruchsvolle Anwendungsherausforderung meistern müssen. Möglicherweise ist es ein Systemintegrator oder ein Automatisierungsanbieter. Das gleiche Supportnetzwerk kann Ihnen auch während des Umstellungsprozesses wertvolle Unterstützung bieten. Am Ende zahlt es sich stets aus, wenn Sie Experten zurate ziehen – Sie können dadurch Kosten und Aufwand reduzieren.

3. Festlegung von Standards. Das Festlegen – und die Einhaltung – von Standards ist ebenso wichtig wie die frühzeitige Planung. Falls keine geeigneten Unternehmensstandards definiert sind, müssen sie auf der Grundlage des internen Know-hows ausgearbeitet werden – alternativ können Sie einen Systemintegrator oder einen Automatisierungsanbieter um Unterstützung bitten.

Je gewissenhafter Sie Netzwerkprotokoll, Sicherheitsanforderungen, E/A- und HMI-Kriterien, Schnittstellenanforderungen und Steuerungskonfiguration definieren und dokumentieren, desto einfacher können Sie Ihr System instand halten und verbessern. Darauf können Sie sich verlassen. Die zukünftigen Mitarbeiter Ihres Unternehmens werden es Ihnen danken.

4. Disziplinierte Ausführung. Die DCS-Umstellung ist eine komplexe Aufgabe. Und wie jedes umfangreiche Unternehmen erfordert auch sie ein solides Projektmanagement. Ohne eine disziplinierte Ausführung können große Projekte leicht außer Kontrolle geraten.

Damit die Umstellung weder den Zeitrahmen noch das Budget sprengt, sollten Sie eine konsistente Ausführungsstrategie verfolgen, die auf bewährten Best Practices der Industrie basiert. Wenn Sie die erforderlichen Ressourcen nicht unter Ihren Mitarbeitern finden, verpflichten Sie einen zertifizierten Projektmanager (Project Management Professional, PMP), der Sie bei der Projektleitung unterstützt.

5. Erwarten Sie Innovationen. Geben Sie sich nicht mit dem einfachen Duplizieren der Inhalte in Ihrem alten Steuerungssystem zufrieden. Denken Sie daran, dass 25 Jahre alte Bestandssysteme wahrscheinlich nicht dieselben Vorteile bieten wie ein modernes Prozessleitsystem, das auf dem neuesten Stand der Technik ist. Ihr Migrationsprojekt ist eine hervorragende Gelegenheit, neue Technologien zu übernehmen, um Ihren Prozess optimal zu steuern. Bauen Sie nicht auf Replikation, sondern auf Innovation.

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Co-Autor dieser Veröffentlichung ist Chris King, PlantPAx Migration Business Development Manager, Rockwell Automation.

Lee Swindler
Gepostet 22 Juli 2019 Von Lee Swindler, PMP, Program Manager, MAVERICK Technologies
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