Auswirkungen von E-Commerce auf das Design von Verpackungssystemen

E-Commerce und das Design von Verpackungssystemen

Autonome Förderwagen-Technologie zum optimalen Umgang mit vielfältigen, agilen Verpackungsanforderungen hinsichtlich maßgeschneiderter moderner Lösungen

Wie lassen sich Verpackungsprozesse für maßgeschneiderte moderne Lösungen automatisieren? Die gestiegenen Ansprüche der Verbraucher an Größen, Formen und individuelle Gestaltung haben auch die Art und Weise verändert, wie CPG-Markeninhaber ihre Produkte herstellen und verpacken. Für OEMs bedeutet dieser Trend, dass sich auch die Funktionsweise der Verpackungssysteme grundlegend ändert.

Die meisten Verpackungsstraßen sind den sich schnell ändernden Anforderungen von heute nicht mehr gewachsen. Herkömmliche Fördersysteme stoßen an ihre Grenzen. Produzenten stehen vor der schwierigen Herausforderung, für diese höchst flexiblen Umgebungen geeignete automatisierte Verpackungslösungen bereitstellen zu müssen, um möglichst kostengünstig liefern zu können.

Der Amazon-Effekt

Der Amazon-Effekt wirkt sich zweifellos auf den Einzelhandelsmarkt aus. Der zugrunde liegende Trend bei den sich ändernden Anforderungen und Erwartungen in der Konsumgüterindustrie geht aber über „Brick or Click“-Shopping weit hinaus. Auch Hersteller stehen unter dem Druck, höchst flexibel geringe Mengen an Produkten herstellen und verpacken zu müssen, und der Bedarf an vielfältigen, spezialisierten Verpackungen erhöht sich sehr schnell.

Wenn beispielsweise über die gleiche Verpackungsstraße ein Dutzend Produkte laufen, benötigt ein bestimmtes Produkt möglicherweise einige Tage. Anschließend müssen die Maschinen stundenlang umgerüstet und alle laufenden Prozesse angehalten werden, bevor das nächste Produkt an die Reihe kommt. Dieses Verfahren bedeutet, dass sich für jedes Produkt möglicherweise ein Bestand von einem Monat aufstaut, da es so lange dauert, bis das Produkt wieder zurück auf die Verpackungsstraße kann.

Dies ist ein häufiges Szenario. Produzenten müssen aufgrund von Budgeteinschränkungen und veralteten Systemen mit längeren Umrüstungsphasen rechnen.

Dank einer Armee von Delta-Robotern, einer Zufuhr mit variabler Höhe und einer Reihe von intelligenten Ventilen können die meisten modernen Maschinen erweiterte Verpackungsgrößen von 6 oder 12 bis hin zu 24 bewältigen. Die Umrüstung dauert zwar etwas und schränkt die Produktivität ein, ist aber durchaus möglich.

Aufgrund des Amazon-Effekts müssen jedoch in jeder dieser 6er-, 12er- oder 24er-Verpackungen möglicherweise unterschiedliche Produkte verpackt werden. Dabei kann schnell viel manueller Aufwand entstehen. Führende CPG-Unternehmer stehen genau wie lokale Hersteller vor der Herausforderung, einzeln verpackte Produkte zuerst auspacken und dann manuell in gemischte Verpackungen erneut einpacken zu müssen. Hierdurch entsteht viel kostspieliger Verpackungsmüll und der manuelle Arbeitsaufwand steigt, was angesichts der bereits jetzt schwierigen Suche nach Arbeitskräften eine wichtige Herausforderung darstellt.

OEMs können diese Probleme für ihre Kunden durch effiziente, flexible und intelligente automatisierte Verpackungslösungen beheben.

Sichern Sie sich mit diesem Get Smart-E-Book Wettbewerbsvorteile und lernen Sie weitere intelligente Maschinen für Ihre Kunden kennen.

Immer einen Schritt voraus

Bewährte Systeme wie die autonome Förderwagen-Technologie (ICT) stellen eine intelligente Alternative im Vergleich zum Durchsatz und den physikalischen Einschränkungen herkömmlicher Mechaniken dar. Sie müssen aber noch einen Schritt weiter denken.

Dies ist ein typisches Szenario: Eine Beschaffungs- oder Technikabteilung muss eine Maschine für X erwerben. Sie stellt eine Preisanfrage über genau diesen Betrag und die OEMs machen ein Angebot ohne größere Abweichung, das sonst das Risiko besteht, den Auftrag zu verlieren.

Nachdem der Auftrag vergeben und die Maschine gebaut wurde, führt der Vorstand eine Werksprüfung durch. Doch die erworbene Maschine ist nicht flexibel genug für zukünftige Szenarien. Sie bietet keine Umrüstungen per Knopfdruck und keine unterschiedlichen Verpackungsmuster oder Lösungen für die größten geschäftlichen Herausforderungen. Die Kosten, die gegenüber einem optimalen Verpackungssystem gespart wurden, erscheinen nun zweitrangig angesichts der unvermeidbaren kostspieligen Modifikationen und Aufrüstungen.

Die Führungskräfte im Betrieb sollten die Vorteile kennen, die fortschrittliche Technologien wie ICT für das Geschäft und nicht nur für den Produktionsbereich haben. ICT ist viel mehr als ein typisches lineares Transportsystem mit einer raffinierten Zufuhr und variabler Höhe.

Der Informationsprozess muss beginnen, bevor ein Projekt auf dem Tisch liegt, eine Preisanfrage verschickt und der Erwerb einer Maschine genehmigt wird. Er muss beginnen, wenn alle Möglichkeiten noch offen sind. 

Besuchen Sie uns vom 23. bis 25. September auf der PACK EXPO (Stand C-1462) und sehen Sie am Stand von Aagard (LS-5926) eine kleinere Version der autonomen 4000 SKU-Förderwagenlösung in Aktion. Konfigurieren Sie Ihren eigenen individuellen Spielkartensatz auf Knopfdruck im Fertigungsbereich.

4000 Konfigurationen auf Knopfdruck

Bei Aagard, einem OEM von maßgefertigten Automatisierungsgeräten, kam es vor kurzem zu folgendem Szenario mit einem Kunden.

Die geschäftliche Herausforderung eines Kunden von Aagard bestand darin, das Verpacken verschiedener Produkte mit unterschiedlichen Konfigurationen zu automatisieren. Es ging genauer gesagt um viertausend Konfigurationen. Die Konfigurationen umfassten eine bis sechs individuelle Anpassungen und 12 bis 96 Produkte pro Karton. Aufgrund der Kabelkanäle für die Displays, den Trennblättern, dem reduzierten Platzbedarf, den schnellen Umrüstungen und Verpackungsstraßenraten (100 Kartons pro Minute) wurde bald deutlich, dass herkömmliche Verpackungstechnologie nicht die vom Kunden benötigte flexible Lösung bieten würde.

Angebote von Wettbewerbern umfassten Dutzende von Delta-Robotern über einem Fließband, für die Tausende zusätzlicher Komponenten einschließlich Rotationsmotoren, Getriebe, Greiferanwendungen und anderer komplexer Bauteile benötigt wurden. Aufgrund der erforderlichen Agilität und Bedienerfreundlichkeit stellte sich heraus, dass eine automatisierte, auf der iTRAK®-Technologie basierende Verpackungslösung besser geeignet war.

Dieses Projekt startete nicht mit einer Preisanfrage oder einem Anruf von der Beschaffungsabteilung. Aagard, Rockwell Automation und der Endkunde konzipierten bei gemeinsamen Meetings eine völlig neuartige Maschine.

„In dieser Situation war der Schlüssel zum Erfolg, dass wir uns auf die geschäftlichen Anforderungen konzentriert und die verfügbare Technologie geprüft haben“, so Jason Norlien, Vice President für den technischen Vertrieb bei Aagard. „Wir konzipierten eine Lösung speziell für die Anforderungen des zukünftigen Markts und für geschäftliches Wachstum.“

Portalroboter mit Steuerungen von Rockwell Automation wählen das jeweilige Produkt aus und erstellen das erforderliche Muster für jeden Karton. Anschließend passen iTRAK®-Komponenten Höhe, Breite und Gesamtkonfiguration der Verpackung an und wählen die richtige Kartonzuschnittsgröße für das Produkt aus. Für all dies sind keine Werkzeugwechsel erforderlich, ein einziger Knopfdruck auf der Bedienerschnittstelle genügt.

Der gleiche Bedienerschnittstellenbefehl kann auch von einem Überwachungs- oder E-Commerce-System ausgelöst werden. Je stärker der Amazon-Effekt sich also auf die CPG auswirkt, desto besser können individuelle Kundenbestellungen ohne manuelle Bedienereingriffe bewältigt werden.

Intelligentere Lösungen

Unabhängig von der jeweiligen Lösung ist es zweifellos sinnvoll, unnötige Verpackungen, Modifizierungen und Aufrüstungen bei jeder Änderung des Kundenverhaltens zu vermeiden. Mit der nötigen Planung und Schulung lassen sich intelligentere Lösungen finden, wenn bei einem Verpackungssystem nicht nur die technischen, sondern auch die geschäftlichen Vorteile in Betracht gezogen werden.

Die Welt ändert sich. Sind Sie auf die neuen Entwicklungen vorbereitet? Erfahren Sie mehr über die geschäftlichen Vorteile, die ein modulares, skalierbares Linearmotorsystem, das auch künftige Entwicklungen berücksichtigt, Ihren Kunden bietet.

Justin Garski
Gepostet 4 November 2019 Von Justin Garski, Solution Architect, Mechatronics, Rockwell Automation
  • Kontakt:

Neuesten Nachrichten

Rockwell Automation und seine Partner bieten Ihnen herausragendes Know-how, um das Design, die Implementierung und den Support Ihrer Automatisierungsinvestitionen zu unterstützen.

Anmelden

Registrieren Sie sich über folgenden Link um automatisch über aktuelle Ausgaben der Automation Today per E-Mail informiert zu werden.