Wenn ich mit Herstellern auf der ganzen Welt spreche, wird eines immer deutlicher: Das Gespräch hat sich verändert.
Vor einigen Jahren lag der Fokus auf der digitalen Transformation selbst. Unternehmen fragten sich, ob sie investieren sollten, wo sie beginnen sollten und wie schnell sie die Kosten rechtfertigen könnten.
Heute ist die Debatte weitgehend beendet.
Laut Rockwell Automation's 11th annual State of Smart Manufacturing Report sagen heute 90 % der Hersteller, dass die digitale Transformation notwendig ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Frage ist nicht mehr, ob transformiert werden soll. Es geht darum, wie effektiv Unternehmen umsetzen.
Die diesjährige Studie zeichnet das Bild einer Branche, die sich von der Experimentierphase zur Umsetzung bewegt. Hersteller agieren in einer Umgebung, die von steigenden Kosten, Fachkräftemangel, Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt ist. Doch trotz dieser Herausforderungen beschleunigen Führungskräfte Investitionen, die Widerstandsfähigkeit, Agilität und Leistung verbessern.
Fünf Prioritäten zeichnen sich als prägende Trends in der globalen Fertigungslandschaft ab.
1. KI entwickelt sich von Neugier zu einer Kernkompetenz
Künstliche Intelligenz hat eine wichtige Schwelle überschritten.
Hersteller erkunden KI nicht mehr nur – sie integrieren sie in ihre Abläufe. Ein Drittel der Fertigungsabläufe ist bereits heute KI-gestützt, und die Befragten erwarten, dass dieser Anteil in den nächsten vier Jahren 50 % übersteigen wird. KI und maschinelles Lernen wurden außerdem als die Technologien identifiziert, die in den nächsten fünf Jahren am wahrscheinlichsten zu positiven Geschäftsergebnissen beitragen werden.
Besonders interessant ist, wo KI eingesetzt wird. Unternehmen nutzen sie zunehmend zur Unterstützung von Qualitätsverbesserung, Cybersicherheit, Prozessoptimierung und operativer Entscheidungsfindung. Mit der Weiterentwicklung dieser Systeme gehen wir über die reine Automatisierung hinaus und hin zu anpassungsfähigeren, intelligenteren Abläufen, die kontinuierlich lernen und sich verbessern.
Die Gewinner werden nicht diejenigen sein, die KI einfach nur einführen. Es werden die Unternehmen sein, die sie erfolgreich unternehmensweit skalieren und dabei Vertrauen, Governance und betriebliche Disziplin wahren.
2. Operational Intelligence wird zu einem Wettbewerbsvorteil
Hersteller verfügen über mehr Daten als je zuvor.
Die Herausforderung besteht darin, diese Daten in Maßnahmen umzusetzen.
Unsere diesjährige Umfrage hat ergeben, dass nur 43 % der erfassten Daten effektiv genutzt werden. Während viele Unternehmen stark in vernetzte Anlagen und digitale Technologien investiert haben, bestehen weiterhin erhebliche Chancen, Informationen zu kontextualisieren und in aussagekräftige Operational Intelligence umzuwandeln.
Dies wird zu einem der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale in der Fertigung.
Leistungsstarke Unternehmen sammeln nicht unbedingt mehr Daten als ihre Mitbewerber. Sie schaffen Systeme, die Informationen schneller verbinden, kontextualisieren und operationalisieren. Dadurch treffen sie bessere Entscheidungen, reagieren schneller auf veränderte Bedingungen und schaffen eine stärkere Grundlage für KI, Autonomie und kontinuierliche Verbesserung.
Datenerfassung allein reicht nicht mehr aus. Der wahre Wert liegt in koordiniertem Handeln.
3. Cybersicherheit wird zu einer betrieblichen Anforderung
Da Fertigungsumgebungen immer stärker vernetzt sind, entwickelt sich Cybersicherheit von einem Bedenken der IT zu einer geschäftskritischen betrieblichen Priorität.
Fast die Hälfte (46 %) der Hersteller gab an, im vergangenen Jahr einen Cybervorfall erlebt zu haben. Gleichzeitig nannten die Befragten das Cybersicherheitsrisiko als eines der wichtigsten externen Hindernisse für das Geschäftswachstum.
Besonders bedeutsam ist dabei die zunehmende Zusammenlegung von Informationstechnologie (IT) und Betriebstechnologie (OT). Wenn Unternehmen in erweiterte Analysen, KI, vernetzte Anlagen und autonome Systeme investieren, vergrößert sich die potenzielle Angriffsfläche.
Der diesjährige Bericht macht einen wichtigen Punkt deutlich: Sicherheit wird zur Voraussetzung für Autonomie. Unternehmen skalieren intelligente Abläufe nicht souverän ohne sichere, widerstandsfähige Architekturen, die dazu beitragen, kritische Anlagen zu schützen und das Vertrauen in vernetzten Umgebungen aufrechtzuerhalten.
In Zukunft werden erfolgreiche Hersteller Cybersicherheit nicht als separates Projekt behandeln. Sie werden sie in das Gefüge ihrer Abläufe integrieren.
4. Die Transformation der Belegschaft beschleunigt sich
Eine der ermutigendsten Erkenntnisse aus der diesjährigen Studie ist die Betonung des Faktors Mensch. Trotz der Bedenken rund um KI und Automatisierung ersetzen Hersteller nicht einfach Arbeitskräfte. Sie definieren Rollen neu und investieren in neue Fähigkeiten. Das entspricht dem, was ich in der Praxis sehe.
Unsere Umfrage ergab, dass 93 % der Hersteller erwarten, dass Smart-Manufacturing-Technologien ihre Belegschaft umgestalten werden. 40 % gaben an, im vergangenen Jahr Arbeitskräfte umgeschult zu haben. Darüber hinaus planen viele Unternehmen, bestehende Mitarbeitende für andere Aufgaben einzusetzen und für völlig neue Rollen einzustellen, während die digitale Transformation voranschreitet.
Dies spiegelt eine Realität wider, die viele Branchenführer bereits verstehen: Technologie schafft Chancen, aber Menschen schaffen Ergebnisse.
Da intelligente Systeme immer stärker in den täglichen Betrieb integriert sind, bleiben technische Fähigkeiten wichtig. Zusammenarbeit, Kommunikation, Anpassungsfähigkeit und Problemlösung sind ebenso wertvoll. Hersteller, die sowohl in Technologie als auch in die Entwicklung ihrer Belegschaft investieren, werden am besten positioniert sein, um langfristigen Wert zu erschließen.
5. Wettbewerbliche Differenzierung hängt von der Umsetzung ab
Der vielleicht wichtigste Trend aus der diesjährigen Umfrage ist, dass Technologie allein kein Unterscheidungsmerkmal mehr ist.
Die meisten Hersteller haben Zugang zu fortschrittlichen Technologien, Automatisierungsplattformen, Analyse-Tools und KI-Fähigkeiten. Der Wettbewerbsvorteil hängt zunehmend davon ab, wie effektiv Unternehmen diese Technologien mit Menschen, Prozessen und Geschäftszielen in Einklang bringen.
Interessanterweise nannten Hersteller in allen Weltregionen die Einführung von KI als ihre wichtigste Strategie zur Minderung externer Risiken. Darüber hinaus unterschieden sich die regionalen Prioritäten – von Initiativen zur Digitalisierung und Automatisierung über Talententwicklung, Investitionen in Cybersicherheit, Lieferantenmanagement bis hin zu Innovationsstrategien.
Der gemeinsame Nenner ist die Umsetzung.
Unternehmen, die Erkenntnisse schnell in Maßnahmen umsetzen, erfolgreiche Initiativen skalieren und sich kontinuierlich verbessern, werden einen deutlichen Vorteil gegenüber ihren Wettbewerbern haben.
Der weitere Weg
Nach elf Jahren Forschung ist die Botschaft des diesjährigen State of Smart Manufacturing Report eindeutig.
Die Fertigung ist in das eingetreten, was viele als Ära der Umsetzung bezeichnen würden.
Die führenden Unternehmen tätigen nicht unbedingt größere Investitionen. Sie bauen Unternehmen auf, die in der Lage sind, Intelligenz in Maßnahmen, Technologie in Ergebnisse und Unterbrechung in Chancen umzuwandeln. Sie kombinieren KI, Operational Intelligence, Cybersicherheit, Personalentwicklung und disziplinierte Umsetzung zu einer kohärenten Strategie für Wachstum.
In einer Welt, die von Unsicherheit geprägt ist, könnten diese Fähigkeiten zum wichtigsten Wettbewerbsvorteil überhaupt werden.