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Mit digitaler Transformation ans Ziel

Während eines Kundenbesuchs berichtete ein Betriebsleiter begeistert davon, dass sein Unternehmen sich in der ersten Implementierungsphase der digitalen Transformation befindet und nun die zweite Phase ansteht. Ich gratulierte herzlichst, stellte dann auch die Frage nach dem Hintergrund dieser Maßnahme. Er war überrascht und konnte meine Frage letztendlich nicht beantworten. Das erlebe ich relativ häufig.  

Unternehmen in vielerlei Branchen und Industrienwissen, dass eine datenbasierte Entscheidungen die einzig sinnvollen sind und auch, dass die digitale Transformation der Weg in die Zukunft ist. Dazu liegen zahlreiche Studien vor, auch wir haben dazu Entscheider großer herstellende Unternehmen befragt. Sie investieren in moderne Hardware- undSoftwarelösungen, doch was häufig fehlt, ist ein genauer Fahrplan sowie das Wissen um den  individuelle Nutzen, den die Transformation mit sich bringen soll. 

Es wird viel Hype um Technologie gemacht, wobei Industrie 4.0 die treibende Kraft für viele Neuentwicklungen ist. Doch ich habe auch schon von Industrie 5.0 und sogar 6.0 gehört… und wer weiß, was noch alles kommt? Die die Investition in Technologie ist nur ein kleiner Teil des Gesamtbilds. Sie ist die Grundlage, das Mittel, aber nicht das Ziel. Auch ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig: Unternehmen müssen jede Facette ihres Betriebs betrachten und sich dann einen Überblick über alle verfügbaren Lösungen verschaffen. Erst dann können sie entscheiden, welche davon ihre Ziele und Anforderungen am besten erfüllen. Es macht ja auch keinen Sinn, sich einen Ferrari zuzulegen, wenn Sie nicht autofahren können. Sicherlich, er macht sich gut vor Ihrem Haus, aber er bringt Ihnen keinen Nutzen. Und das ist der springende Punkt! 

Besonders im Bereich der Softwareanwendung erleben wir aktuell, dass immer mehr Hersteller nach Lösungen suchen, mit denen sie Produkte personalisieren, Kosten senken, die Produktion verschlanken und gleichzeitig Produkte schneller auf den Markt bringen können. Je nach Branche kommen dann noch spezifische Anforderungen hinzu wie Compliance, Track & Trace im Pharmabereich, Qualitätsstandards und Sicherheit in der Lebensmittelproduktion, kontinuierliche Prozessverbesserung in der Automobilherstellung usw. 

Diese Anforderungen bedingen, dass Daten nicht nur möglichst nah am Prozess aus unterschiedlichen Quellen erfasst werden können, sondern dass auch eine Auswertung der Daten stattfindet, damit die richtigen Daten als Basis für Entscheidungsprozesse zur Verfügung stehen. Die Kernfrage lautet in diesem Fall: Vertrauen Sie Ihren Daten und den darauf basierenden Berichten? Unsere Kunden fragen zudem nach mehr Transparentz in die gesamte Lieferkette und die Bereitstellung dieser Daten in nutzbarer Form.  

Kundenvorgaben wie „Wir wollen Produkte schneller auf den Markt bringen.“ oder „Wir wollen schnellere FDA-Zulassungen für Installationen und Produkte“ erfordern die Zusammenführung enormer Datenmengen. Da lohnt es sich das große Ganze zu sehen und nicht die einzelnen kleinen Ziele. Lassen Sie uns darüber reden, wozu all diese Daten noch genutzt werden können. Je mehr Daten eingebunden werden, desto mehr Erkenntnisse können gewonnen werden, z. B. durch Trends und Korrelationen. Mittels Analysen sind sogar Voraussagen möglich, die dazu beitragen, Bereiche mit Verbesserungspotenzial in Bezug auf Geschwindigkeit und Effizienz ausfindig zu machen. 

Und werden sämtliche Konsequenzen berücksichtigt? Angesichts der immer größeren Datenmengen wurden neue Stellen geschaffen wie „Growth Engineer“ und „Data Scientist“. Die Aufgabe dieser Fachleute besteht darin, Algorithmen anzuwenden, um Zusammenhänge und Erkenntnisse zu ermitteln. Effektive Aussagen sind jedoch nur dann möglich, wenn die Daten aus der Gesamtperspektive betrachtet werden und alle Disziplinen Daten liefern – ansonsten werden isolierte Entscheidungen in einem Werk getroffen, das eigentlich genau diese Datensilos loswerden wollte, die es nun neu geschaffen hat. 

Es gibt sicherlich zahlreiche Algorithmen, mit denen sich einzelne Szenarien lösen lassen, aber Algorithmen können keine kontextabhängige oder konzeptionelle Intelligenz liefern. Diese Art der Analyse und Entscheidungsfindung ist nur durch Menschen möglich. Dies führt uns geradewegs zum nächsten Thema: Verfügen Ihre Mitarbeiter über die richtigen Kompetenzen? Ein gutes Personalmanagement und Schulungen sind notwendig, um kontinuierliche Weiterbildung und den Umgang mit dieser neuen Cyber-Intelligenz sicherzustellen. Mitarbeiter müssen in der Lage sein, sich die richtigen Frage zu stellen: „Was muss ich wissen, um eine intelligente Entscheidung zu treffen?“ Nicht zielführend ist die Frage: „Was erzählen mir die Daten?“ 

Mein Rat lautet also: Setzen Sie Technologie nicht rein um der Technologie willen ein. Machen Sie einen Plan, oder besser mehrere Pläne, und seien Sie darauf vorbereitet, dass Sie einige davon wieder verwerfen müssen. Denken Sie daran, dass der erste Schritt nicht darin besteht, irgendwo ein Häkchen zu setzen, sondern darin, ein bestimmtes Problem zu lösen oder die Grundlage für die Lösung verschiedener Probleme zu legen. Lassen Sie sich nicht von den neuesten Schlagworten verleiten – gehen Sie der Sache auf den Grund und hinterfragen Sie, welche Vorteile sich für Ihr Unternehmen bieten. 

Implementieren Sie Technologie richtig ein und seien Sie darauf vorbereitet, dass sich diese alle drei bis fünf Jahre verändert und dass die Einarbeitung durch uns Menschen länger dauern kann. Bedenken Sie auch Aspekte wie Skalierbarkeit, Upgrades, Bedienerfreundlichkeit und Migration. Wenn Sie sich über alle diese Faktoren klar geworden sind, sollte die digitale Transformation so erfolgreich ablaufen, wie Sie es sich vorstellen.  


Michel Huy
Michel Huy
Regional Sales Director EMEA ISPB, Rockwell Automation
Michel is passionate about helping companies transform their operations and finding new ways for customers to become more efficient and effective.
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