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Digitale Transformation hilft Firmen in der aktuellen Krise zu bestehen

Die Beurteilung der Weltgesundheitsorganisation, dass es sich bei der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) um eine globale Pandemie handelt, ist beispiellos. Eine vergleichbare Situation hat es seit Generationen nicht gegeben. Die Auswirkungen dieser Pandemie sind weltweit spürbar und die exponentielle Verbreitung hat bereits jetzt immense Auswirkungen auf die nationalen Gesundheitssysteme und deren Möglichkeiten, die hohen Fallzahlen zu bewältigen.

Um eine unkontrollierte Ausbreitung der Krankheit zu verhindern und die Behandlung bereits Infizierter sicherzustellen, wurden vielfältige Maßnahmen ergriffen, die unser Leben maßgeblich beeinflussen. „Flatten the curve“ ist das Stichwort dieser Krise. Die Strategie lautet dementsprechend die Belastung für die Gesundheitssysteme so gering wie möglich zu halten, indem die Ausbreitung des Virus verlangsamt wird und wir die gefährdetsten Menschen in unserer Gesellschaft so gut wir können schützen.

Da es bisher keine wirksame Medizin oder Impfung gibt, setzen viele Länder auf strenge Maßnahmen, um Menschen zu ihrem eigenen Wohl voneinander zu trennen: Dies beinhaltet unter anderem Ausgangsbeschränkungen und Ausgangssperren sowie die Schließungen von Schulen und nicht-systemrelevantem Gewerbe.

Zusätzlich zu Maßnahmen der sozialen Distanzierung sind wir bei der Bekämpfung von COVID-19 auf vorbeugende Mittel wie auf alkoholhaltige Handgels und Desinfektionsmittel, Mund-Nasen-Schutzmasken und Infektionstests angewiesen. Da die Krankheit vor allem die Atemwege angreift, sind auch Beatmungsgeräte unerlässliche Mittel zur Behandlung. Angesichts der enorm gestiegenen Nachfrage sind aber alle diese Mittel Mangelware.

Schnelle Antwort auf einen weltweiten Notfall

Zu Recht wird vor allem medizinischen Fachkräfte, die an vorderster Front gegen das Virus kämpfen, Anerkennung zuteil. Allerdings sind auch unglaubliche Innovationen im Produktionsbereich entstanden, die dabei helfen einigen der Herausforderungen durch COVID-19 zu begegnen.

Diese Entwicklungen lassen sich in verschiedensten Bereichen beobachten, beispielsweise bei traditionellen Brennereien, die Desinfektionsmittel für Krankenhäuser herstellen, oder in der Automobilindustrie, in der Produktionsanlagen und Lieferketten neu organisiert werden, um den dringenden Bedarf an Beatmungsgeräten zu decken.

Unternehmen hingegen, die der Life Science-Branche zuzurechnen sind und bereits essentielle Güter herstellen, versuchen ihre Produktion so weit wie möglich hochzufahren und die pharmazeutische Industrie arbeitet mit Hochdruck an der Herstellung eines Impfstoffes.

Ermöglicht wurde diese schnelle Umstrukturierung der Unternehmen durch bereits vorab entwickelte Initiativen zur digitalen Transformation und durch Lösungen wie dem Connected Enterprise. Dadurch konnten die Unternehmensentscheidungen in einer Art und Weise umgesetzt werden, die in früheren weltweiten Krisensituationen unvorstellbar gewesen ist.

Die Digitalisierung stellt sich der Herausforderung

Unternehmen, die schon lange an der Implementierung der digitalen Transformation arbeiten, sind besser darauf eingestellt sich an den aktuellen Bedarf anzupassen, während die Produktion anderer wichtiger Güter weiter aufrechterhalten bleibt. Insbesondere in drei Bereichen ist moderne Technologie essentiell dafür, dass Unternehmen in der aktuellen Situation ihren Beitrag zum Stichwort „Flatten the Curve“ leisten können.

1. Sicherheit und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes

Die Sicherheit der Mitarbeiter steht für Unternehmen generell an vorderster Stelle. Die Definition von Sicherheit hat sich jedoch verändert: Um zu verhindern, dass Mitarbeiter erkranken, muss ausreichend Platz gewährleistet sein, um soziale Distanzierung zu ermöglichen. Für Büroangestellte ist es im Allgemeinen einfach vom Home-Office aus zu arbeiten; für die Produktion sind Bediener und Ingenieure vor Ort allerdings unerlässlich.

Aber auch die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes ist für Hersteller ein wichtiger Aspekt. Selbst in der schwersten Krise bestehen reguläre menschliche Bedürfnisse weiter. Für Arzneimittelhersteller ist dieser Aspekt besonders wichtig, da Menschen auch in dieser Zeit wichtige und manchmal lebenserhaltende Medikamente benötigen. Die Produktionslinien in dieser Krise am Laufen zu halten und Medikamente auf den Markt zu bringen, ist eine immense Herausforderung.

Mögliche Lösung: Remote-Technologien

Unternehmen, die ihre kritischen Betriebsabläufe auch aus der Ferne steuern können, sind wesentlich besser dafür gerüstet die Anlagensicherheit zu gewährleisten und zugleich den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Augmented Reality (AR) birgt für Anlagenbediener beispielsweise die Möglichkeit, detaillierte Anleitungen direkt auf dem Smartphone oder über andere tragbare Geräte wie AR-Brillen angezeigt zu bekommen.

Auf diese Weise wird es Ingenieuren auch aus der Ferne ermöglicht, Bedienpersonal vor Ort zu beraten – eine wichtige Voraussetzung, um in Zeiten von sozialer Distanzierung den Produktionsbetrieb aufrechtzuerhalten und Produktionslinien anzupassen. Zudem ermöglicht es diese Technologie, dass technische Spezialisten mit Hilfe von Maschinenbauern aus der Ferne Fehler beheben können und Fertigungsabläufe unterstützen.

2. Durch Skalierbarkeit auf gesteigerte Nachfragen reagieren

Vor dem Ausbruch des Coronavirus verfügte beispielsweise die NHS über 8.175 Beatmungsgeräte und nun werden dringend tausende mehr benötigt. China war für die Herstellung von 60 Prozent der Mund-Nasen-Schutzmasken weltweit verantwortlich. Die Erhöhung der Produktivität und die Verbesserung der Lieferketten zur Deckung der unmittelbaren Nachfrage sind Probleme, mit denen alle Hersteller aktuell kämpfen.

Mögliche Lösung: Vernetzte Anlagen und IoT-Technologien

Durch Technologien wie Advanced Analytics, also digitalisierte Prozesse, können Unternehmen genau prognostizieren, wie sie die Produktion nach oben skalieren können, um die Nachfrage auf dem Markt zu befriedigen. Zudem ermöglichen solche Verfahren eine auf Daten basierende Entscheidungsfindung.

Einblicke in Echtzeit in die Performance der Produktionslinien und Hinweise darauf, wo möglicherweise nicht die nötige Produktivität erreicht wird, welche Produktionsschritte Engstellen verursachen, wo vorbeugend Wartung erforderlich ist und welche Prozesse insgesamt verbessert werden können, lassen sich durch Advanced Analytics gleichermaßen einsehen. Um ein solches Level an Transparenz im Produktionsprozess zu erreichen, müssen Hersteller alle Teile ihrer Anlage vernetzt haben, damit ausreichend große Datenmengen produziert und kontextualisiert werden können. Dadurch können Analyse-Werkzeuge einen echten Mehrwert für Hersteller liefern.

Künstliche Intelligenz (KI) hilft Unternehmen inzwischen dabei schneller richtige Entscheidungen zu treffen, da die Komplexität großer Datenmengen für sie kein Hindernis darstellt und sie selbst Multi-Vektor-Daten in einer Geschwindigkeit verarbeiten kann, die für Menschen schlicht nicht möglich ist. Zudem wird KI bei der Erforschung von Medikamenten eingesetzt und hat das Potential, die Zeit für die Suche nach einem Impfstoff gegen COVID-19 drastisch zu verkürzen.

3. Flexibilität und Wissenstransfer

Automobilhersteller sind zunächst nicht darauf ausgelegt auch Beatmungsgeräte herzustellen und müssen dazu ihre Produktionslinien und Lieferketten drastisch umstellen. Die dort beschäftigten Ingenieure stehen zugleich vor der Herausforderung die Produktionsbedingungen eines völlig anderen Produktes verstehen und umsetzen zu müssen.

Mögliche Lösung: Flexible Fertigungslinien

Unternehmen, die Technologien wie die Independent Cart Technology (ICT) einsetzen, verfügen innerhalb ihrer Produktionslinien bereits über ein sehr hohes Maß an Flexibilität. Solche Technologien ermöglichen es Unternehmen, sich schnell an andere Anforderungen innerhalb der Produktion anzupassen, höhere Produktionszahlen und wesentlich schnellere Umrüstzeiten an den Maschinen zu erreichen, um neue Produkte in einem großen Rahmen zu produzieren. Hier bedeutet ein hoher Grad an Automatisierung innerhalb der Anlage, dass zur Umrüstung vor Ort wesentlich weniger Eingriffe nötig sind als bei herkömmlichen Produktionslinien. Somit können die Anlagen auch mit einem kleineren Stammpersonal effektiv betrieben werden.

Dynamik ist Trumpf

Derzeit befinden wir uns alle in einer noch nie dagewesenen Situation. Dabei muss jeder von uns seinen Teil dazu beitragen, die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Ermutigend ist es zu sehen, wie die Industrie zusammenarbeitet, um die Verbreitung von COVID-19 so schnell wie möglich einzudämmen. Dynamik ist entscheidend: Schnelles dynamisches Handeln, wenn es um die Durchführung von sozialer Distanzierung geht, Dynamik in der Produktion und Dynamik bei der Herstellung und bei den Versorgungsketten der wichtigsten Hilfsmittel, die benötigt werden, um das Virus zu besiegen.

Für mich ist klar, dass vor allem Hersteller, die bereits in modere digitale Technologien investiert haben, – denen es also gelungen ist, ihre Produktion mit der digitalen Geschäftsinfrastruktur zu verknüpfen – in der Lage sind, gleichzeitig ihre Produktion aufrechtzuerhalten und auf sich verändernde Marktanforderungen zu reagieren.

Durch Technologien, die Fernzugriffe erlauben, datengestützte Entscheidungen ermöglichen und eine flexible Produktion unterstützen, sind diese Unternehmen am besten in der Lage dynamische Entscheidungen zu treffen und Betriebsabläufe und Lieferketten an neue Herausforderungen anzupassen. Nur so haben wir die besten Voraussetzungen, um die Infektionskurve so flach wie möglich zu halten.


Billy Sisk
Billy Sisk
Life Sciences Industry Manager EMEA, Rockwell Automation
Billy Sisk
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