Typische industrielle Architekturen
Eine typische Architektur eines größeren industriellen Automatisierungssystems besteht aus drei Schichten – einer Schicht mit Sensoren und einfachen Geräten (z. B. motor Startern oder elektronischer Überlast), einer Steuerungsschicht mit speicherprogrammierbaren Steuerungen, Bedienfeldern oder intelligenten motor Antrieben und einer Schicht mit Informationssystemen.
Jede Schicht hat unterschiedliche Anforderungen an das Volumen des Datenaustauschs, die Geschwindigkeit und die Deterministik. Der bisherige Ansatz würde diese verschiedenen Anforderungen durch spezialisierte Netzwerke erfüllen, insbesondere im Fall der beiden unteren Schichten.
Darüber hinaus empfahl jeder größere Technologieanbieter eine Integrationsmethode, je nach den eigenen Präferenzen des Anbieters. Infolgedessen können wir in bestehenden industriellen Anwendungen auf viele verschiedene Datennetzwerke und Protokolle stoßen. Die Interoperabilität und Skalierbarkeit der so entworfenen und implementierten Systeme sind und werden für lange Zeit ein Albtraum für alle Systemintegratoren und Eigentümer dieser Lösungen sein.
Die Situation war bereits vor dem Aufkommen von Industrie 4.0 und IIoT nicht tragbar. Wie kann man mit diesem Problem umgehen?
Idealerweise wollten wir eine ähnliche Lösung haben, die es bereits seit Jahren für Informations- und Bürosysteme gibt – Ethernet. Ethernet selbst wurde lange Zeit als Standard (eigentlich eine Familie von Standards, wie unten angegeben) angesehen, der aufgrund seiner Eigenschaften (per Definition nicht deterministisch, unterstützt kein Echtzeit-messaging, ziemlich teuer usw.) für die Industrieumgebung nicht geeignet ist.
Faktoren wie die Einführung neuer Technologien (insbesondere intelligenter Switches), Änderungen in der Netzwerktopologie (von Baum- zu Sterntopologien), eine Voll-Duplex-Kommunikation, höhere Übertragungsgeschwindigkeiten und die allgemeine Preissenkung der Ethernet-Technologie im Laufe der Zeit haben Ethernet zu einer interessanten Lösung gemacht, die auch für die Kommunikation in den beiden unteren Schichten eines industriellen Automatisierungssystems verwendet werden kann.